Ernst von Hesse-Wartegg




Ernst von Hesse-Wartegg, 1851 - 1918. Österreichischer Diplomat. Geheimer Hofrat und Generalkonsul, 1891-1918 Konsul von Venezuela für die Schweiz. Bekannt wurde von Hesse-Wartegg vor allem als Weltreisender und Reiseschriftsteller, von seinen zahlreichen Reisen berichtete er in sehr anschaulicher Weise. Er war Mitglied wie auch korrespondierendes Mitglied zahlreicher Geographischer Gesellschaften.

Seit 1882 war er mit der amerikanischen Opernsängerin Minnie Hauk (1851-1929) verheiratet, Tochter eines deutschen Einwanderers und einer amerikanischen Mutter. Die Eheleute erbauten im Jahr 1889 das "Schlössli Wartegg" (Tribschen b. Luzern/CH) und lebten dort ab 1891.

Bereits 1872 bereiste Hesse-Wartegg Südeuropa, die Donauländer, die Türkei und Syrien. Er ging 1875 nach Westindien und Zentralamerika und im Jahr darauf weiter nach Norden über New Mexico und die Rocky Mountains in den Osten der USA. 1878 folgte eine Erkundungsreise in die USA, u.a. um die Regelung des Mississippi-Flussnetzes zu studieren.

1880 unternahm Hesse-Wartegg eine längere Reise nach Nordafrika. Über Algerien und Tunis kam er nach Tripolis, von wo aus er Ägypten und den Oberen Nil (Sudan) durchkreuzte (1881).
1883 ging es erneut in die USA, zunächst in den Nordwesten, dann ab 1884 in die Südstaaten und nach Mexiko; 1886 folgte eine weitere Reise nach Mexiko, das er als Ausgangspunkt für die Erkundung der am Pazifik gelegenen Staaten der USA nahm. 1887 kam er schließlich nach Westindien und von da aus in den nördlichen Teil Südamerikas. Zwischen 1888 und 1889 lebte er meist in den Vereinigten Staaten und in Kanada.

1892 unternahm v. Hesse-Wartegg eine weitere Reise nach Afrika. Über Marokko zog er wieder nach Europa, nach Südspanien. 1894 folgte ein Aufenthalt in Ostasien, 1898 ging er nach Shandong und Peking und bereiste die deutschen Kolonien der Südsee im Jahr 1900.

Nach seinem Tod (1918) kam der Büchernachlass des Weltreisenden in den 1920er Jahren, darunter kostbare Reisewerke des Erzherzogs Ludwig Salvator, in die Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu Weimar.

(Quellen u.a.: Wikipedia; Meyers Konversationslexikon 1888)






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