Alemannenstraße 41

ehemals: Hermann(s)straße 25, dann 41


Baubeschreibung
Das Objekt Alemannenstraße 41 ist ein dreigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach. Das Gebäude besitzt eine verschieferte Fassade und wurde in Fachwerkbauweise zwischen 1850 und 1870 errichtet. Das zweite Obergeschoss wurde später aufgestockt. Die Fassade ist dreiachsig gestaltet. Die Hauseingangstür ist in der linken Achse angeordnet, sie weist ein Oberlicht mit Sprossen auf. Das Oberlicht wird seitlich durch lang gestreckte Konsolen eingefasst, welche die Verdachung tragen: ein schlichtes, ungeschmücktes Gebälkstück. Der Türflügel selbst weist einen aufgesetzten Pilaster auf, der mit einem Sonnenmotiv geschmückt ist.

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Das Gebäude gehört zu den frühesten Bauten in diesem Bereich der Elberfelder Nordstadt und bildet zusammen mit den Nachbargebäuden eine für die Nordstadt typische Blockrandbebauung aus. Die Elberfelder Nordstadt ist ein gründerzeitliches Wohnviertel, das auf Grund seiner Geschlossenheit und seines Erhaltungszustandes über Wuppertal hinaus bedeutend ist.
Die Nordstadt ist ein wichtiges Zeugnis des Aufstiegs Elberfelds zur Industriegroßstadt und insofern auch ein wichtiges Zeugnis für die Stadtgeschichte der ehemals selbstständigen Stadt Elberfeld. Das Viertel dokumentiert ein breites Spektrum der gesellschaftlichen Wohnverhältnisse jener Zeit vom Arbeiterwohnquartier bis hin zum großbürgerlichen Wohngebiet an der Briller Straße und ist insofern auch ein Zeugnis für die Wohn- und Sozialverhältnisse der Gründerzeit.
Das o. g. Gebäude ist unverzichtbarer Bestandteil der Elberfelder Nordstadt.

Erhaltung und Nutzung liegen daher gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse. Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude
(Quelle:Denkmalliste der Stadt Wuppertal )

Augenscheinlich wurde zeitweilig im Haus 41 ein Laden wie auch eine Kneipe betrieben. Möglicherweise stand der Gastronomiebetrieb auch in Zusammenhang mit der damaligen "Großbaustelle" Friedhofskirche. Unter Umständen war das auf dem Foto zu erkennende große Fenster neben dem Hauseingang ehemals ein Schaufenster.

Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1875, Eigentümer: Kaffsach, Robert, Weber
       (augenscheinlich Sohn von: Kaffsach, P., Spezereiwarenhandlung, Wiesenstraße 63)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1877, Eigentümer: Kaffsach, Robert (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1883, Eigentümer: Kaffsach, Robert, Spezereiwarenhandlung (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1885, Eigentümer: Kaffsach, Robert, Wirth und Spezereiwarenhändler (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1890/91, Eigentümer: Kaffsach, Robert, Wirt und Spezereiwarenhandlung (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1894/95, Eigentümer: Kaffsach, Robert, Wirtshaus (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1896/97, Eigentümer: Kaffsach, Robert, Wirt (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1898/99, Eigentümer: Kaffsach, Robert, Wirt (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1901, Eigentümer: Kaffsach, Robert (wohnt nicht mehr dort, kein Hinweis mehr auf Laden oder Gaststätte)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1907, Eigentümer: Kaffsach, Robert (noch bis mind. 1912)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1923, Eigentümer: Pfeiffer, Wilhelm, Linoleum-Geschäft (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1926, Eigentümer: Pfeiffer, Wilhelm, Linoleum-Geschäft (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1930, Eigentümer: Pfeiffer, Wilhelm, Linoleumgeschäft (wohnt dort)
Adreßbuch der Stadt Elberfeld 1942, Eigentümer: Pfeiffer, Wilhelm, Linoleumgeschäft (wohnt dort)

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© by  Florian Speer